Münster-Hiltrup. „Der Zeitpunkt hätte besser nicht gewählt sein können“, strahlt Schulseelsorger Marius Stelzer. Wenn die Noten bereits feststehen, das Schuljahr aber noch nicht ganz zu Ende ist, dann ist nicht mehr strenger Unterricht angesagt. Es werden Videos gezeigt, wird Kaffee, getrunken oder es stehen im Religionsunterricht Meditationen, Fantasiereisen bei leiser Musik oder Stilleübungen auf der Tagesordnung. Der neue Meditationsraum am Kardinal-von-Galen-Gymnasium war jedenfalls vom ersten Tag an regelrecht ausgebucht.

(Text und Foto von Michael Grottendieck, Westf. Nachrichten, 23. Juni 2007)

Für die bischöfliche Schule ist die Eröffnung des Raumes ein besonderes Ereignis gewesen. „Er bedeutet eine funktionale Erweiterung der Schule“, erläutert Kunsterzieher Michael Rickert. Seit dem Abbruch der alten Klosterkapelle habe die Schule keinen ihr zugewiesenen Liturgieraum mehr gehabt.

Liturgie – das ist das Schlüsselwort. Denn zu Meditationen, Musikreisen und anderem war der Raum vor dem Umbau auch genutzt worden. Ausgestattet mit seinen alten Decken und dem betagten grauen Filzboden glich er einer Kuschelecke, die von einigen geschätzt wurde, bei anderen wegen ihres muffigen Geruches berüchtigt war. Nach dem Umbau ist hier Raum, in kleineren und größeren Gruppen Gottesdienste und Gebetszeiten zu feiern. „Dabei wollen wir die Spannbreite der liturgischen Traditionen nutzen, aus denen sich Liturgie in der Schule nährt“, kündigt Marius Stelzer an, der seit etwas mehr als einem Jahr Schulseelsorger am KvG ist.

Der Grundgedanke lässt sich mit den Begriffen Sammlung und Sendung beschreiben. Stelzer: „Man geht anders wieder heraus in den Schulalltag.“

Die durchdachte Architektur des Raumes trägt ihren Teil dazu bei. Kunsterzieher Michael Rickert, der dafür die Verantwortung trägt, ging es um eine bewusste formale Reduktion. Die Gestaltung erfolgte so, dass sie kaum wahrnehmbar ist. Der Raum hält sich zurück, sieht man einmal von dem großen Glasfenster ab, das unter Leitung des Künstlers Erwin Löhr gestaltet wurde. Rickert orientierte sich an dem vorhandenen Gestühl aus Holz, das er einfach klasse fand.

Dazu passend wurde der Raum mit Stäbchenparkett ausgelegt; auch bei der Gestaltung des Altars und der Stelen orientierte Rickert sich daran. Alles absolut formlos und reduziert auf die reine Funktion. Der Altar weist die Form eines Kubus auf. Und doch ist er nicht ein reiner Kubus, wie ihn vielleicht Vertreter des Bauhauses entworfen hätten. „Vor einem Kubus kann man nicht stehen.“ Deshalb hat Rickert dem Altar an zwei Seiten Tiefe verliehen durch eine Portalstruktur, die den Eindruck vermittelt, als führten Stufentore ins Innere.

Dieser Altar weist zwei weitere Besonderheiten auf. Im „Schultisch des Herrn“ befinden sich auch einige Reliquien, und er ist transportabel. Er ist sogar erweiterbar durch die Stelen des Raumes und ließe sich in Baukastenform als Großaltar für Gottesdienste unter freiem Himmel nutzen.

Der neue Raum muss nicht immer für Eucharistiefeiern genutzt werden. Stelzer will aus dem großen Schatz liturgisches Geschehens schöpfen und dem sinnlichen Geschehen breiten Raum einräumen. Der Weihrauchritus, der Umgang mit Wasser sowie Musik werden häufig wiederkehrende Elemente sein. Stille Genießer werden auf ihre Kosten kommen, schmunzelt er. Als kurze Unterbrechungen im Schulalltag.

Im „Schultisch des Herrn“, wie der Altar im Meditationsraum des KvG-Gymnasiums auch genannt wird, befinden sich Reliquien chinesicher Christen, die beim so genannten Boxeraufstand 1900 in China als Märtyrer ums Leben kamen. Die Boxer waren ein Geheimbund, der zu damaliger Zeit alle westlich geprägten Elemente auszumerzen versuchte. Missionare und Diplomaten der Kolonialmächte verloren ihr Leben. Ebenfalls viele Chinesen, die sich zum christlichen Glauben bekannten. Die Reliquien stammen aus dem Altar der ehemaligen Klosterkirche. Jetzt befinden sie sich unterhalb eines kleinen Holzkreuzes, das in die Holzplatte eingelassen ist

Liturgie – das ist das Schlüsselwort. Denn zu Meditationen, Musikreisen und anderem war der Raum vor dem Umbau auch genutzt worden. Ausgestattet mit seinen alten Decken und dem betagten grauen Filzboden glich er einer Kuschelecke, die von einigen geschätzt wurde, bei anderen wegen ihres muffigen Geruches berüchtigt war. Nach dem Umbau ist hier Raum, in kleineren und größeren Gruppen Gottesdienste und Gebetszeiten zu feiern. „Dabei wollen wir die Spannbreite der liturgischen Traditionen nutzen, aus denen sich Liturgie in der Schule nährt“, kündigt Marius Stelzer an, der seit etwas mehr als einem Jahr Schulseelsorger am KvG ist.

Der Grundgedanke lässt sich mit den Begriffen Sammlung und Sendung beschreiben. Stelzer: „Man geht anders wieder heraus in den Schulalltag.“

Die durchdachte Architektur des Raumes trägt ihren Teil dazu bei. Kunsterzieher Michael Rickert, der dafür die Verantwortung trägt, ging es um eine bewusste formale Reduktion. Die Gestaltung erfolgte so, dass sie kaum wahrnehmbar ist. Der Raum hält sich zurück, sieht man einmal von dem großen Glasfenster ab, das unter Leitung des Künstlers Erwin Löhr gestaltet wurde. Rickert orientierte sich an dem vorhandenen Gestühl aus Holz, das er einfach klasse fand.

Dazu passend wurde der Raum mit Stäbchenparkett ausgelegt; auch bei der Gestaltung des Altars und der Stelen orientierte Rickert sich daran. Alles absolut formlos und reduziert auf die reine Funktion. Der Altar weist die Form eines Kubus auf. Und doch ist er nicht ein reiner Kubus, wie ihn vielleicht Vertreter des Bauhauses entworfen hätten. „Vor einem Kubus kann man nicht stehen.“ Deshalb hat Rickert dem Altar an zwei Seiten Tiefe verliehen durch eine Portalstruktur, die den Eindruck vermittelt, als führten Stufentore ins Innere.

Dieser Altar weist zwei weitere Besonderheiten auf. Im „Schultisch des Herrn“ befinden sich auch einige Reliquien, und er ist transportabel. Er ist sogar erweiterbar durch die Stelen des Raumes und ließe sich in Baukastenform als Großaltar für Gottesdienste unter freiem Himmel nutzen.

Der neue Raum muss nicht immer für Eucharistiefeiern genutzt werden. Stelzer will aus dem großen Schatz liturgisches Geschehens schöpfen und dem sinnlichen Geschehen breiten Raum einräumen. Der Weihrauchritus, der Umgang mit Wasser sowie Musik werden häufig wiederkehrende Elemente sein. Stille Genießer werden auf ihre Kosten kommen, schmunzelt er. Als kurze Unterbrechungen im Schulalltag.

Im „Schultisch des Herrn“, wie der Altar im Meditationsraum des KvG-Gymnasiums auch genannt wird, befinden sich Reliquien chinesicher Christen, die beim so genannten Boxeraufstand 1900 in China als Märtyrer ums Leben kamen. Die Boxer waren ein Geheimbund, der zu damaliger Zeit alle westlich geprägten Elemente auszumerzen versuchte. Missionare und Diplomaten der Kolonialmächte verloren ihr Leben. Ebenfalls viele Chinesen, die sich zum christlichen Glauben bekannten. Die Reliquien stammen aus dem Altar der ehemaligen Klosterkirche. Jetzt befinden sie sich unterhalb eines kleinen Holzkreuzes, das in die Holzplatte eingelassen ist

Michael Grottendieck, Westfälische Nachrichten (Münster), 23. Juni 2007

Laut Mitteilung des Bischöflichen Sekretariats befinden sich die Reliquien folgender Märtyrer im Reliquiar: B. Lu – B. J. Tchang – B. Jos. Tchang – B. Neels – B. Lu…(nicht weiter zu entziffern, da durch das Siegel überlagert). Vermutlich ist B. Neels ein französicher Missionar gewesen; Lu, Tchang und Tchang chinesische Christen. Dabei werden die abgekürzten Vornamen christliche Namen, also Taufnamen gewesen sein.

http://www.chinesemartyrs.org

Weitere Informationen zum Boxeraufstand:

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/1002/vermischtes/0158/index.html

http://www.jesuiten.at/indextexte.htm?c_texte_heilige_chin.maertyrer.htm

http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&Article_ID=13111

http://www.welt.de/print-welt/article536119/Vatikan_scheut_Konfrontation_mit_China_nicht.html

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