So steht’s auf den Spraydosen der Firma Molotow – Marktführer in der Sprayerszene. Gesagt – getan: Es entsteht zur Zeit eine Bildserie, in der die Dosen (leere Molotow-Cans, geliefert von Graffiti-Künstlern meines Vertrauens) zunächst vandalisiert werden (also zetreten, zertrümmert, geplättet) und dann zufällig auf 90×90 cm Holztafeln aufgeschraubt werden. Robert Rauschenberg lässt grüßen. Gnadenlos, wie es kommt, überlappend, einzen, dicht, doppelt, offensichtlich. Dann der Farbüberzug – feinste und reine Farbpigmente kommen zum Einsatz: ultramarinblau (inspiriert von Yves Klein), cadmiumrot. Cadmiumgelb kommt demächst, es folgen weiß, grün, violett und schwarz). Das ganze wird dann mit Klarlack übersprayt. Hauchdünn und glänzend.

Die Generierung der Farben aufgrund der Pigment-Nummer ist übrigens ein Kunst-Prozess für sich: Die Nachfrage nach äquivalenten Farbbezeichnungen bei der Firma Molotow (die haben nämlich eher skurrile Farbnamen – und nicht immer pigmentreine Farbmischungen) hat das ganze Labor dort ins Rotieren gebracht, damit sie eine passende Auskunft geben konnten. Pigment-Name und RAL-Code waren vorhanden, aber was ist RAL 3000 wohl in der Namensgebung von Molotow?

Die fotografischen Ergebnisse fallen eher schmal aus – offenbar überfordern die krachenden Farben (die bei Tageslicht sogar die eigenen Augen ins Schwirren bringen) die Farbkapazitäten von Digitalkameras.

Fotos: Use Can For Art, Not For Vandalism (cadmiumrot, 90×90, ultramarinblau, 90×90; (c) VG Bild-Kunst)

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